die Sonne geht

Die Sonne geht unter über dem vor Kälte starren Feld
Und der Himmel hat seine schönsten Kleider angelegt
Alle denken an den Nachhauseweg und die Rechnung ist bestellt
Voller Freude auf ein Heim, das ihren vollen Namen trägt

Ruhe ist eingekehrt im wilden Treiben der Gezeiten
Stille trägt eine andere Welt über das Land
Und tauscht das enge Nahe gegen ein Lächeln im Weiten
die Sonne geht, geht schlafen in seinem schönsten Gewand

Auch meine Träume gehen schlafen mit meinen Sorgen
Hand in Hand schreiten sie vom Jetzt ins Dann
Und lassen mich in Ruhe atmen bis zum nächsten Morgen
Wenn die Sonne wieder steigt und ich wieder denken kann

are we free?

Are we like a stick or leave attached to a tree?
Are we like a miniature seed growing into a golden weed?
Are we like the moon or the sun banned to the sky?
Are we like the wings of a bird or the song that it sung?

Are we like the drop of the rain cleaning a window shield?
Are we like the tip of a spear that old warrior wields?
Are we like uncountable hoppers that feed on the World leaving it vast?
Are we like the first or the last or just something that imagination casts?

on days like this

On days like this I feel trapped in my past
Overthinking the same, disassembling my heart
There’s this ache in my bones – that distant echo of pain
making me feel like a bag full of stones clinging to my soul
And I can hear the ever-present voice in my head
convincing my mind to never give up
But I’m not sure if I could, ‚cause life makes me live
But I’m not sure if I can, trust my only self enough
On days like this I can’t see meaning nor sense
Not in the clouds, not in the rain nor the distant wind
On days like this I wish I could stop my entangled thoughts
On days like this I wish there was a escape in my words

Wir sitzen und schauen

Wir sitzen und schauen
Aneinander vorbei.
Dabei würde ich dich
Viel lieber nach deinen
Braunen Augen fragen.
Wie tief sie schon
Geblickt haben
Und nach deinem Herzen,
Ob es noch erkennbar ist
Oder schon ganz versteckt
Und wie es dazu kommt,
Dass wir hier
Zusammen kommen
Ohne auch nur
Im entferntesten
Zusammen zu sein.

[So weit mein Auge reicht nur blaue Leichtigkeit]

So weit mein Auge reicht nur blaue Leichtigkeit
Und grüne Arme greifen nach dem Himmelszelt
Das warme Licht der Sonne treibt das Leben raus
Und so liegt niemand alleine im Grase weit und breit

Der Lärm der weicht den Liedern, die das Leben schreibt,
Der große Sinn der weicht dem Kleinen, das das Herzen freut,
Der Gedanke weicht den Gefühlen, die die Ruhe treibt
Aus den Ritzen, in dem das wohnt, was die Nächte scheut

Für diese seltenen Momente muss man leben,
In diesem ehrlichen Moment kann man verstehen,
Warum die Pflanzen aus der kalten Erde streben
Um in der heißen Sonne zu vergehen.

Genauso

Genauso wie der Sturm dich weiter trägt irgendwohin,

irgendwohin, wo du nicht gelandet wärst, hätte er dich nicht entführt

Und du schaust dich um und findest es sieht gar nicht so schlecht aus,

vielleicht muss man nur hier und da ein bisschen den alten Lack überstreichen,

nur an den Stellen, an denen der Rost sich der Sonne zeigt,

und du reibst dir die blauen Flecken,

zeichnest die alten nach, wie Tattoos, die bleiben

bis das letzte Lächeln nicht mehr auf deinen Lippen verweilt,

aber du weißt, dass noch einige hinzukommen werden

und du hängst sie dazu an die Wände deiner Seele wie Trophäen

und du wirst der Jugend davon erzählen, wissend,

dass ihre blütenweiße Haut nur kurz so makellos sein wird, wissend

wirst du die Stellen streicheln, die nach außen hin schon lange verheilt sind, wissend,

dass sie dich zu dem gemacht haben, der du sein wirst

bis das Leben die nächste Überraschung für dich bereithält

und du lächelst in dich hinein, wissend,

dass es nur im ersten Moment schmerzt

Wie müssten Worte sein

Wie kann ich sagen, was ich sagen will, wenn mir nur diese leeren Worte bleiben?

Wie müssten Worte sein, die für mein Herz sprechen und nicht nur leere Hüllen schreiben?

Sie müssten sein wie Wolken, die in luftigen Höhen Gemälde malen,

die sich ständig verwandeln und wundersam im Sonnenlicht erstrahlen

Sie müssten mit ihrem Duft die Sinne benebeln wie ein blühendes Feld

So dass man das Gefühl hat, dass der Frühling im Herzen für immer anhält.

Also wie sagt man etwas, für das Worte nicht reichen?

Ich kann es nur versuchen und hoffen, dass du mehr siehst als bloß leere Zeichen.

Ich könnt dir sagen, herrscht in deinem Herzen einmal Herbst,

Hier wartet immer eine Umarmung auf dich, die dich wärmt

Ich könnt versprechen, dass wenn du einmal nicht mehr weißt wohin,

ich einen Platz für dich bei mir bereithalte für einen Neubeginn.

Ich könnt dir rufen, wenn du dich im Leben verhedderst und verbeißt,

dass ich eile und dir meine Hand reich‘, die dich befreit.

Also wie sagt man etwas, für das Worte nicht reichen?

Ich kann es nur versuchen und hoffen, dass du mehr siehst als (bloß) leere Zeichen.

Ich könnt dir flüstern, fehlen dir einmal die Worte und dein Inneres schreit,

ich werde lauschen und warten, bis dein Herz mir deine Sorgen mitteilt.

Ich könnt auch schreiben, bist du jemals allein, bin ich nie weit,

denn ein Gedanke an dich ist immer bei mir, der in meinem Herzen verweilt.

Also wie sagt man etwas, für das Worte nicht reichen?

Ich kann es nur versuchen und hoffen, dass du mehr siehst als bloß leere Zeichen.

Man könnte so vieles sagen und so vieles schreiben,

und dennoch klingt es immer als hätte man nie geliebt,

denn alle Worte sind nichts im Vergleich zum dem,

wie schön ich es finde, dass es dich gibt,

Nebelkosten

Es war schlechtes Wetter angesagt gewesen, aber dass es so werden würde, das hatte wahrscheinlich niemand gedacht. Überall nur Nebel. Wie eine graue Masse, in die die Welt einpackt ist, damit sie sich bei ihrem Weg durch das unwirksame Universum nirgendwo beschädigen kann.

Genervt schaut er auf die Uhr. Er hätte schon vor über einer halben Stunde bei seinem Kunden sein müssen. Er sucht verzweifelt mit seinen Augen nach irgendeinem Punkt in der Landschaft, aber die Welt erscheint ihm nur noch als schwarze Schattierungen. Er muss wohl irgendwo falsch abgebogen sein und, wenn es schief läuft, dann läuft es komplett schief. Sein Navi hatte schon vor einer Weile den Kontakt zum Satelliten abgebrochen. Die Balken für den Empfang auf seinem Handy waren kontinuierlich nach unten gegangen bis sie vollständig verschwanden. Als ob die Welt sich von ihm lossagen wollte. Er fühlte sich gefangen in einem nichts aus Grau und nirgends war irgendwer und überall war nichts.

Der einzige Kontakt zur Außenwelt stellte sein Radio dar, aber auch dieses spülte nur noch abgehackte Melodien und Wortfetzen an sein Ohr. Immer wieder brach der Kontakt zur Sendestation ab und es machte sich auf die Suche nach einem neuen Signal und entführte ihn so unwillkürlich in eine dadaistische Klangwelt, deren Abgehacktheit sich mit der Weichheit der nebligen Welt zu einem neuen Ganzen vermischte.

Seine Sinne, ansonsten immer daran gewöhnt ständig mit Reizen konfrontiert zu werden, stürzen sich auf diese Welt aus Pausen und Geräuschen und wie in einem Strudel zieht sie ihn in seinen Bann. Wenn Musik gespielt wurde, versuchte er zu erraten, um welches Lied es sich handeln könnte und versuchte die Lücken der Melodie in seinem Kopf zu schließen. Wenn ein Sprecher etwas sagte, vervollständigte er die Sätze in seinem Kopf, stellte die Fragen, die die Sprecher nicht stellen konnten und fand die Antworten, die die Sprecher nicht gaben.

Die Bruchstücke der Texte ergaben auf einmal einen ganz anderen Sinn, machten aus einem fröhlichen Lied ein trauriges, machten aus etwas altem etwas neues.

Die Geschwindigkeit, ansonsten das wichtigste in einer Welt, in der es nur zu wenig Zeit zu geben scheint, spielt in dieser Welt aus grauer Monotonie plötzlich keine Rolle mehr und ohne es zu merken hatte er am Straßenrand angehalten mit seinem Kopf immer noch bei den vielen Fragen, die ihm die Radiofetzen in seinen Kopf setzten.

Das Radio spielte jetzt zerstückelten Jazz und die Worte und die Pausen machten sich in seinem Kopf breit.

 

„I see … too

… me and you

and i think to myself …

… blue and … white

the bright … night

… what a … world.“

 

Plötzlich entdeckte er die Pausen zwischen den Geräuschen, die Ruhe, die sich in ihm während diesen ausbreitete, und er lauschte ihr genauso wie er zur erst den Geräuschen gelauscht hatte. Er weiß schon gar nicht mehr wohin er eigentlich wollte. Seine Ziele und Aufgaben waren irgendwo durch das Sieb seinen Geistes gerutscht und er fühlte sich auf einmal so leicht – so isoliert von all seinen Problemen.

Das harte Klopfen eines metallischen Gegenstandes an die Fensterscheibe weckt ihn rücksichtslos. Er reibt sich die Träume aus den Augen und mit ihm das Lächeln.

Er muss wohl eingeschlafen sein. Er erinnert sich daran, dass sich auf einmal eine überwältigende Müdigkeit in ihm breit gemacht und das Leben ihn in den Arm genommen hat. Wie selbstverständlich hat er sich in diese Umarmung gekuschelt und das weiße Rauschen seiner Gedanken machte einem leeren Ozean aus Sternen Platz.

Ein weiteres Klopfen reißt ihn endgültig aus der süßen Stille seiner Träume. Der Polizist signalisiert ihm, dass er die Fensterscheibe herunterlassen soll. Ob er ihm weiterhelfen kann, will der Polizist wissen. Er verneint und schüttelt den Kopf – heftiger als er es beabsichtigt hatte. Einen schönen Abend, wünscht ihm der Polizist teilnahmslos.

Er klickt die Fensterscheibe nach oben und mit jedem Zentimeter, die es sich schließt, schließt sich in ihm diese kindliche Türe, die sich einen kurzen Moment wieder geöffnet hatte und er ist wieder Erwachsen und sein Leben fängt wieder an auf ihn einzudröhnen und spühlt ihn mit einer Leichtigkeit hinweg, die ihn vor ein paar Augenblicken noch in Angst und Schrecken versetzt hätte.

 

das Kind

„Komm, mit!“ Ein Zupfen an meinem Mantel lässt mich irritiert aufschrecken. „Komm, mit!“ piepst es von hinten an mich heran. Ich schaue mich um, kann aber niemanden entdecken. „Komm, mit!“ Wieder dieses Zupfen. Ich schüttle den Kopf als ob ich Schlaf abschütteln müsste. Ich drehe mich um und da steht dieser Junge hinter mir. Mit seinen fröhlich dreckigen Zähnen grinst er mich an. Als ich meine Stimme wieder gefunden habe, frage ich wirsch: „Was willst du?“. „Komm, mit!“ Wiederholt der Junge sein Mantra. Seine Augen glänzen dunkel in der gelben Abendsonne. „Wohin? Warum?“ Ich verstehe nicht. „Was willst du? Lass mich gefälligst los. Was soll das?“ Ich versuche die Kontrolle über die Situation zu erhalten, aber irgendwie will es mir nicht ganz gelingen. Hilfesuchend blicke ich mich nach allen Seiten um, aber niemand scheint sich für unsere Szene zu interessieren. „Komm, mit!“ Immer wieder dieses abgehackte, befehlende, appellierende, fragende, suchende Komm mit. Wohin soll ich mit dem Jungen gehen? „Jetzt hör mir mal zu.“ Setze ich an, aber der Junge unterbricht mich. „Komm, mit, jetzt!“ – „Verdammt nochmal, wohin? Was willst du? Brauchst du Geld?“ Ich versuche zuerst vorsichtig dann immer herrischer von dem Jungen wegzureißen, aber seine kleine Hände haben sich in meinen Mantel verkrallt und bei noch mehr Gewalt habe ich Angst, ich könnte ihm alles brechen. Ich will nur weg. Dieser Junge macht mich nervös. Wohin soll ich denn kommen? Ich habe doch noch Termine, wichtige oder besser nötige. „Komm, mit!“ – Meine Straßenbahn kommt. Ich muss mich entscheiden. Ich bin eh schon spät dran, wenn ich diese Bahn nicht erwische, dann komme ich auf jeden Fall zu spät – ach, was zu spät komme ich sowieso, noch später. Die Pflichten zerren an mir, setzen meinen Körper in Bewegung und mein Geist muss folgen. Noch bevor ich den ersten Schritt gesetzt habe, stoße ich schon mit dem ersten Menschen zusammen. „Pass auf, Mann! Bist du vielleicht blind?“ Ich nuschele eine Entschuldigung über die Schulter und muss einsehen, dass es nicht beide Möglichkeiten gibt. Entweder ich gehe oder ich gehe mit dem Jungen. Bin ich verrückt? Ich habe schon die Hälfte des Weges zur Straßenbahntür zurückgelegt bevor ich merke, dass das periodische Ziehen an meinem Mantel aufgehört hat. Abrupt bleibe ich stehen. Drehe mich langsam im Kreis, als ob das Kind sich hinter mir versteckt hat, blicke ich vorsichtig über die Schulter. Er ist nicht mehr da. Was wollte er mir wohl zeigen? „Komm mit! Komm mit! Komm mit!“ Die Stimme des Jungen pulsiert in meinem Kopf. Wie eine Glocke, die in die Kirche läutet, läuten seine Worte in meinem Kopf nach. Wohin ist er wohl gegangen?